Underschool Element wagen es als kleine Band mit einem akustischen Live Album auf den Markt. Ob das jemanden interessiert? Sollte es eigentlich, denn die zwei letzten Studioalben waren echt gut; brachial, heiss, scharf, wütend und straight. “LIVE Acoustic” klingt nun nicht mehr so wütend, jedoch überkommt einen ein heisses Wüstenfeeling mit arabischen Gesängen und orientalischen Verzweigungen. Die Fribourger klingen dabei mehrheitlich nach Noir Désir und momentweise wie System of a Down. Das Sepultura – Cover “Roots Bloody Roots” kommt zudem wunderbar rought und erdig rüber. Einen kleinen Minuspunkt gibts fürs Abmischen; irgendwie ist das Gesamtbild zu brav und flach ausgefallen und klingt über Kopfhörer klar fetter. Einen Pluspunkt hingegen für den Mut zu musikalischen Patzern: so wurde charmanterweise “Autour & Partout” trotz kurzer Textamnesie und anschliessendem Gelächter mit auf den Tonträger genommen. Sehr sympathisch.
Wie gesagt ist es immer ein grosses Wagnis, als quasi Nobody mit ungestöpseltem Livealbum auf sich aufmerksam machen zu wollen. Trotzdem beweist es, wie stolz diese Band auf ihren Sound ist – und das zu recht. “LIVE Acoustic” ist eine Entführung ins Morgenland, eine Odyssee unter glühend roten Himmeln, ein rasanter Galopp über endlose sandige Dünen. Kurz gesagt: hätten Underschool Element eine Kaffeesorte bei Nespresso, wäre es ein starker Espresse und hiesse die Acoustica Arabica.
Ich muss sie nun dringend mal live sehen und kann bis dahin dieses Album nur weiterempfehlen.

