Pureape wurde von ihm geschaffen und nun getötet: Andrea Pestoni ist jetzt The Entry , veröffentlicht am 8. Mai 2009 sein Debut “Life Cabaret” und verleitet zu Superhelden-Metaphern. Denn wäre The Entry Robin, dann wäre Batman IAMX (Soloprojekt von Ex-Sneakerpimps-Sänger Chris Corner). Beim Dynamischen Duo war Robin der Kleine und Schmächtige, der Hitzkopf, der stets im Fahrwasser seines grossen Vorbilds schwimmen musste. Jedoch war er mindestens so Mutig wie Fledermaus und konnte Kostümtechnisch doch verdammt gut mithalten. Die Probe aufs Exempel hatte der Zürcher übrigens bereits im März, als er bei der einzigen Swiss-Show von IAMX den Opening-Act gab – und sich souverän dem kritischen Publikum präsentierte.
Es ist nicht sicher, ob The Entry aka Andrea Pestoni kleiner und schmächtiger ist, dass er zwecks Nachstyling ein Foto der englischen Androgyn-Diva auf seinem Garderobenspiegel kleben hat, zeigt sich schon auf dem Albumcover. Posierend mit orangem Glitzerzylinder und weiss geschminktem Gesicht verabschiedet Pestoni sich nun defintiv vom Jeans und Jackett-Outfit um sich in die geheimnisvolle Welt des Glam und Burlesque zu begeben – zumindest visuell. Musikalisch wurden höchstens kleine, jedoch sehr markante Anpassungen vorgenommen. Noch immer geben dunkle Synths, statisch gespielte E-Pianoparts und dirty Texte den Ton an, besungen von Pestonis typischem Nasalgesang. The Entry zieht jedoch massiv härtere Seiten auf und trumpft mit harten Drummachines und lauten Bässen. Dabei bedient er sich schon fast schamlos bei IAMX, ist jedoch ein fitzelchen fröhlicher und kommt dabei auch ohne Suizidaltheatralik aus. Absoluter Anspieltipp ist “This Game”, eine Mini-Apokalypse wummernder Sounds, gleich einer sexy Domina aus Lack und Leder, die gekonnt ihre Peitsche knallen lässt.
The Entry feiert diesen Donnerstag, 7. Mai 2009, die Plattentaufe im Zürcher Hive-Club. Feiert mit und geniesst Digital-Sexyness bei einem Gläschen Absinth.
The Entry mit akustischem Kontrast zum Digitalen Live-Bombast:
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