Kugel Rechenschieber
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Das statistische Hauptquartier der Klangschau belegt, dass Oasis wirklich nur was für Fans war.

Zweifellos hatten Oasis mit Morning Glory und Be Here Now den musikalischen Nerv der späten Neunziger voll getroffen. Seither überspitzt formuliert ausser der Klatschpresse wohl alles verfehlt. Sie wirkten langweilig und selbstbezogen wie des Gallaghers (Liam) neue Kleider. Dass die Brüderleins samt Rhythmussektion mit abklingender Musik und zyklisch ausschwingendem Gezänk die Öffentlichkeit abstumpften wie der grundlos vor Wölfen warnende Hirtenjunge, zeigt Google Trends. Mehroderweniger.

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In diesen bunten Wellen sehen wir die relative Häufigkeit von vier Suchworten um ein jeweiliges Spitzendatum, einen Tag X, herum. Dabei gehen die Daten wo vorhanden 15 Tage zurück und 15 Tage weiter in der Zeit. Erreicht jemand also an einem Spitzentag den Wert 5 auf der linken Skala, wurde dieses Suchwort fünf Mal so häufig bei Google eingegeben wie an einem durchschnittlichen Tag im betrachteten Zeitraum. Bei Barack Obama wär dieser Spitzentag der Wahltag im vergangenen November. Bei Michael Jackson und David Carradine, dem Bill in Tarantinos Double Feature, die Todesmeldung Ende Juni. Und bei Oasis eben das vergangene Wochenende.

Nun, unschwer zu erkennen sind Oasis ein Zwerg im Verlgleich zum Jackso-Fant. Aber der Zwerg, der ist ja nur weil Oasis in der Zeit zuvor recht konstant durchschnittlich (etwa um 1) gesucht wurde. Und der Fant ist ja nur weil sich im Juni lange niemand um den siechenden König kümmerte.

Mag sein, die äussert subjektive Interpretation zum Bild wäre, dass sich um Oasis niemand ausserhalb der Fangemeinde kümmert. Schliesslich ist nicht ganz klar, wieso Oasis regelmässig so viel häufiger gegoogelt werden sollte als der King of Pop und sich daher hinter dem geringen Ausschlag der roten Kurve enorme Suchermassen verstecken sollten. Es lässt sich daher vermuten, dass Jacksons Tod so viele Menschen interessierte, dass das reguläre Suchaufkommen schlicht winzig ausfiel. Bei Oasis liegt der Spitzenwert aber näher am Durchschnitt (vgl. Obama – der sicher auch vor der Wahl ordentlich gesucht wurde). Das bedeutet nach dieser Auslegung, dass Oasis wenig Suchende ausserhalb ihrer Fangemeinde erreichen.

Diese Zahlendrehereien beweisen eigentlich nur, dass die öffentlichen Google Statistiken zu keinem ordentlichen Vergleich taugen (s. Carradine). Die Übung ist in etwa so unsinnig, wie sich aufgrund absoluter Verkaufszahlen zur grössten britischen Band aller Zeiten zu erklären.



P.S.: Man kann die behaupteten Ausschläge auch auf der Basis des Gesamtjahrs erkennen. Allerdings sind die Graphen dann nicht mehr so prickelnd, da für Oasis in der Zeit nach dem Ereignis kaum Daten vorhanden sind.  Zum Vergleich siehe Oasis 2009, Jackson 2009 und Obama 2008.

Selbstverständlich sind die aufgezählten Ereignisse – der Tod des King of Pop, die Wahl Barack Obamas und der Auflösung der grossen britischen Band wo gab – in einem Atemzug zu nennen und daher an sich absolut vergleichbar. ;)

Dieser Artikel wurde bisher 3 mal kommentiert.

  1. dominik sagt:

    Ich finds nicht so vergleichbar…da find ich die Trennung von OASIS wahrlich am schlimmsten..:)
    ne, aber trotzdem R.I.P best Band in the World…

  2. Antonio sagt:

    Statistik hin, Statistik her, blablabla hin, blablabla her…Vergleiche macht man im Fussball, im Handball oder im Kartoffelschälen aber nicht wirklich mit Obama, Michael und den BritRockern…kann man schon, begreift nur niemand. Niemand bezeichnet Oasis als die grösste Band der Englandmusikgeschichte (nur die radikalsten Fans)…sie gehören aber zu einer der grössten Band des BritPop, das ist unumstritten. Vergleiche mit den Beatles und the Who wäre noch fataler als Vorderschinken mit Marroni zu vergleichen. Noch was für euer BritPop Studium: Morning Glory trifft wahrscheinlich eher den kommerzialen Zeitnerv. Be Here Now selber gilt als das schlechteste Album von Oasis (nicht meine Meinung). Den eigentlichen Zeitnerv trifft wohl am ehesten “the Masterplan”. Der Rest ist die goldige Abrundung nach dem Shoegaze Zeitalter.Definitely Maybe war der Arschtritt für alle “Ach-so-tollen- Pet Shop Boys” Bubis. Ja, Sie waren arrogant. Und jetzt? Wenn störts? Spaceman 3, Joy Division und der Gitarrist von Wolf Parade sind auch arrogant. Scheiss egal. Nur mal so am Rande erwähnt. Wer sagt eigentlich das sie langweilig klangen? Ihr von der Klangschau? :-) Nichts für ungut. Musste einfach mal gesagt werden…ein Hoch auf Statistiken…! haha…

  3. Hey Antonio.
    Für den Artikel hat mich interessiert, wie das Echo von Oasis’ Zerfall im Vergleich zu anderen Medienereignissen der letzten Monate ausfällt. Leider haben sich die Google-Statistiken für diesen Zweck als recht unbrauchbares Werkzeug erwiesen, worauf ich meiner Ansicht nach mehrmals hinweise.
    Das meiste was wir hier von uns geben ist absolut subjektiv, Geschmacksache eben. Dein Kontra ist da genauso viel wert wie mein Pro.

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