Die Klangschau war beim Grizzly Bear Konzert in Basel, ist viel zu früh zurück und weiss noch immer nicht wie man den Titel des neuesten Albums korrekt ausspricht.
Als Vorband trat Ein-Frau-Looping St.Vincent für ein kurzes Set auf die Bühne. Ein singender Schatten in wechselnden Farben. Ein Highlight: Save Me From What I Want, der einzige Song in dem die Boxen ins Schwingen kommen. Ansonsten gibt es eher ruhigere Kost mit Actor Out of Work oder Jesus Saves, I Spend in reduzierteren Versionen. Verabschiedet wurde sie im Duett mit Daniel Rossen, der für The Party auf die Bühne kam. Allerdings kaum zusätzliches Volumen brachte.
Dann um 22.15 Uhr kommen schliesslich alle vier Grizzly Bear-Mitglieder auf die Bühne. Nach kurzer Begrüssung und scheuem Lächeln geht’s froh ans Werk mit Southern Point, dem Eröffnungstrack von Veckatimest. Sie beginnen damit eine etwa 15 minütige Sequenz in der sie kommentarlos vier Stücke aneinander reihen. Darunter zwei von Yellow House: Knife und ein Lullabye (?). Sie verweilen mit Easier und Little Brother (?) noch eine Weile im 2006er Debüt.
Da die Veröffentlichung von Yellow House Jahre zurück liegt, hat man die Gelegenheit die beiden Alben auszugsweise zu vergleichen. Sicherlich sind die älteren Songs deutlich ruhiger. Sie entwickeln sich kontinuierlich hin auf zwar immer noch relativ grosse Schlussequenzen; sind aber lange nicht so pompös im Abgang und üppig instrumentiert wie das neuere Werk. Die nahtlos verknüpften Anfangsstücke bieten auch eine prima Gelegenheit sich an die komplizierten Songstrukturen zu gewöhnen. Die permanenten Rhythmuswechsel, wiederholten Abbrüche von Dynamiken und der komplette Umbruch fast aller Songs für die letzten ein, zwei Minuten machen schon das Mitwippen zur Hochkonzentrationsübung.
Grizzly Bear bringen ihr neues Album dann mit dem grossartigen Two Weeks zurück. Danach kommt Colorado in einer derart veränderten Version, dass ich zwei Minuten lang darüber sinniert habe wie sperrig Grizzly Bear-Konzerte sein müssen, wenn man die Stücke nicht gut kennt. Es folgen weitere Songs vom neuen Album, die live mit einem schwerstarbeitenden Chris Taylor, der von der Querflöte bis ins Blech einiges durchbliess, dieselbe Kraft entwickeln wie aus der Konserve. Schliessich kommt es zum Finale aus While You Wait For The Others plus On A Neck, On A Spit und Ed Droste bedankt sich artig für seine super Zeit in Basel. Die Band tritt ab – und das Saalicht und die Nachmusik gehen an. Es ist knapp 23.20 Uhr, eine intensive Stunde nach dem ersten Akkord.
Selten habe ich ein kürzeres Konzert einer Band auf diesem Niveau erlebt. Es ist mir noch gar nie untergekommen, dass Musiker auf 10-minütiges, laut-unrhythmisches Klatschen und Gejole überhaupt nicht reagieren. So müde kann man doch gar nicht sein?! Grizzly Bear waren es wohl – oder hatten kollektives Schleudertrauma. Oder waren zu lange in Wien.
Professionelle Bilder zu Ready, Able:
Mehr aus Basel:

St.Vincent alleine und mit Daniel Rossen

Droste klammert








so sorry about the shortness. it was a series of events that led to that. we all felt guilty for not coming back, we thought people had left when the lights came on. we learned our lesson. We will never not encore in Basel again. Please accept apologies from the band. We are grateful for the reception you all gave us. Vielen Dank!!
Tut mir leid
-edward
Thanks, we had already speculated (jokingly) Grizzly Bear was splitting up, because we couldn’t think of a reason why you would end a great concert so soon. And it sure was great.
sehr sypmatisch die grizzlys lesen sogar den blog…können die herren deutsch? od hat sich die klangschau schon zu einem globalen netzwerk vergrössert
@Dominik – unser lieber Ed Droste hat 2001 eine kurze Zeit lang in Berlin gelebt…und er kann besser deutsch als er zugeben möchte.