Bevor sie im Juli zusammen mit Sophie Hunger Montreux beglücken, gab das britische Familienunternehmen in der Roten Fabrik sein Schweiz-Debüt.

Wegen des beträchtlichen Ansturms hatte die Rote Fabrik das Konzert vom Clubraum in die Aktionshalle verlegt. Zwei Vorbands waren eingebucht: Zunächst Albatross, ein Londoner Gitarrist der am Abend auch noch die Unzahl von Mumford and Sons’ Saiteninstrumente stimmen durfte. Danach Johnny Flynn and the Sussex Wit. Dem Doppel-Bass-Piano-Schlagzeug-Banjo-Quintett gelang es für eine Vorband blendende Stimmung in die schon randvolle Halle zu bringen. Zwei Songs mehr und die ersten Square Dance Reihen hätten sich formiert (gratis Single Download gibt’s auf der Band-Website).

Die Hauptattraktion wagte sich dann gegen halb elf begleitet von reichlich Jauchzen und Vorschussapplaus auf die Bühne. Sigh No More eröffnete und fand dankbare Abnehmer. Wie es scheint beherrschen Mumford and Sons zwei Songschemen, die immer wieder auftauchen und ganz hervorrangend funktionieren. Zunächst  sind da jene Songs, die mit mehr oder weniger vollständiger Besetzung beginnen und in einem mehrfach wiederholten, simplen Choral gipfeln (Winter Winds,  White Blank Page, Little Lion Man).

Das zweite sehr erfolgreiche Schema ist diese Folk-Disco. Marcus Mumford beginnt alleine mit Gitarre und ruhigem Gesang; irgendwann überschlägt sich die Gitarre, die anderen Bandmitglieder stimmen ein und der Song schwillt an. In der ersten Refrainrunde schlagen Bass und Schlagzeug Viertel. Für die zweite wird’s noch mal lauter und das Tamburin geht in den Off-Beat … um-za um-za um-za. Perfektes Beispiel: I Gave You All:

Sigh No More oder Awake My Soul sind vergleichbar.

Freilich kann das Londoner Ensemble auch weitere Kunststücke. Gute Laune verbreiten die Herren. Aber wie will man auch Trübsal blasen, wenn man eine Kette ausverkaufter Vorstellungen durch Europa zieht.

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Mumford And Sons - Cousins (Vampire Weekend Cover)

P.S.: Als relativer Zwerg war an anständige Fotos leider nicht zu denken (s.o.). Wesentlich besser hinbekommen haben das die Kollegen vom Festivalguide beim Kölner Konzert.

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